Biologische Schädlingsbekämpfung ist ein umweltschonendes Verfahren: Landwirte regulieren Schädlinge mit Hilfe ihrer natürlichen Feinde. Das senkt den Bedarf an synthetischen Pflanzenschutzmitteln und erhält das ökologische Gleichgewicht.
Die wichtigsten Gegenspieler
- Räuber: Diese Organismen jagen und fressen Schädlinge. Beispiele sind Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen. Marienkäfer sind gefräßige Blattlausjäger: Sowohl die Käfer als auch ihre Larven fressen Blattläuse. Eine Florfliegenlarve frisst in ihrem Leben rund 400 Blattläuse.
- Parasitoide: Diese Insekten, vor allem Wespen und Fliegen, legen ihre Eier in oder auf ihre Wirte. Die Larven entwickeln sich im Wirt und töten ihn schließlich. Schlupfwespen wirken besonders gut gegen Blattläuse. Sie verwandeln sie in Mumien, aus denen später die erwachsenen Wespen schlüpfen.
- Krankheitserreger: Bakterien, Pilze und Viren, die Schädlinge infizieren und töten. Ein Beispiel ist Bacillus thuringiensis (Bt), ein Bakterium gegen schädliche Raupen. Auch Nematoden und Viren gehören in diese Gruppe.
Vorteile der biologischen Schädlingsbekämpfung
- Umweltschutz: Weniger chemische Pflanzenschutzmittel bedeuten weniger Belastung der Umwelt. Nichtzielorganismen bleiben geschützt, auch der Mensch.
- Nachhaltigkeit: Das natürliche Verhältnis von Räuber und Beute bleibt erhalten. Das sorgt für eine dauerhafte Regulierung der Schädlinge.
- Kostenersparnis: Haben sich die natürlichen Feinde einmal etabliert, halten sie die Schädlinge oft dauerhaft in Schach, ohne nennenswerte Zusatzkosten.
Nützlinge fördern
Damit die biologische Schädlingsbekämpfung voll wirkt, brauchen Nützlinge einen passenden Lebensraum. Dazu gehören:
- Lebensraum schaffen: Nektar- und Pollenpflanzen anbauen, Käferwälle (Beetle Banks) mit bestimmten Grasarten anlegen, organische Mulche und Zwischenfrüchte nutzen. So finden Nützlinge Unterschlupf und Überwinterungsplätze.
- Weniger Pflanzenschutzmittel: Selektive Biopestizide einsetzen, die bestimmte Schädlinge gezielt treffen und Nützlinge schonen. Beispiele sind Spinosad und Bacillus thuringiensis (BT). Sie wirken gegen bestimmte Schädlinge und sind für Nützlinge unbedenklich.
- Konservierende biologische Bekämpfung: Forschungen der Michigan State University und anderer Einrichtungen zeigen: Wichtig sind vielfältige Pflanzungen, die über die ganze Saison blühen. Sie liefern den Nützlingen ständig Nahrung. Blühstreifen und Randpflanzungen bringen diese Pflanzen in die Agrarlandschaft.
Biologische Schädlingsbekämpfung in Gemüsegärten in Utah
Der integrierte Pflanzenschutz (IPM) ist ein zentraler Teil der heutigen Landwirtschaft. Er soll den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel verringern und nachhaltige Anbaumethoden fördern. Marion Murray leitet das IPM-Projekt von Utah Pests und USU Extension. Sie gibt fundierte Hinweise zur biologischen Schädlingsbekämpfung im Gemüsegarten, vor allem zur Rolle der Nützlinge. Nach einer Studie der Cornell University leisten Nützlinge jedes Jahr Schädlingsbekämpfung im Wert von geschätzt 4,5 Mrd. US-Dollar. Murray betont: Für eine wirksame biologische Bekämpfung muss man die Kulturen, die Schädlinge und ihre natürlichen Feinde kennen.
