Was bedeutet die Keimrate?

Die Keimrate ist der Anteil der Saatkörner in Prozent, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums keimen. Sie teilen dazu die Zahl der gekeimten Körner durch die Zahl der ausgesäten Körner und multiplizieren mit 100. Keimen zum Beispiel 8 von 10 Körnern, beträgt die Keimrate 80 %.

Wichtige Einflussfaktoren auf die Keimung

Mehrere Faktoren beeinflussen die Keimrate:

  • Alter des Saatguts: Älteres Saatgut keimt in der Regel schlechter.
  • Lagerbedingungen: Saatgut, das Feuchtigkeit, Wärme oder Licht ausgesetzt war, kann seine Keimfähigkeit verlieren.
  • Vorbehandlung des Saatguts: Verfahren wie Kältestratifikation, Skarifikation und Vorquellen können die Keimung verbessern, besonders bei manchen mehrjährigen Arten und Leguminosen.

Keimrate verbessern

Für eine bessere Keimrate braucht das Saatgut gleichmäßige Feuchtigkeit, genug Sauerstoff, die passende Bodentemperatur, ausreichend Licht und die richtige Saattiefe. Die meisten Gemüsesamen keimen zum Beispiel am besten bei Bodentemperaturen zwischen 21 und 27 °C. Manche Samen, etwa von Wildblumen, brauchen Licht zum Keimen und dürfen nicht zu tief liegen.

Keimrate zu Hause bestimmen

Mit der Küchenpapier-Methode können Sie die Keimrate leicht selbst prüfen:

  1. Küchenpapier anfeuchten und die Samen auf eine Hälfte legen.
  2. Das Papier über die Samen falten und in einen nicht verschlossenen Gefrierbeutel legen.
  3. Den Beutel an einen warmen, sonnigen Platz legen und bei Bedarf Wasser nachgießen.
  4. Nach der empfohlenen Keimdauer die gekeimten Samen zählen und die Rate berechnen.

Eine ausführlichere Anleitung finden Sie hier (PDF, englisch). Das Dokument stammt vom Beratungsdienst der University of Arkansas (Cooperative Extension Service). Es behandelt die Keimung von Saatgut im Detail: Bodenvorbereitung, Umgang mit Feuchtigkeit und Verfahren, die Keimfähigkeit und Keimrate verbessern.


Keimrate auf dem Acker erhöhen

Mit diesen Schritten erhöhen Sie die Keimrate auf Ihren Flächen:

Bodenvorbereitung

  • Bodenbearbeitung: Bearbeiten Sie den Boden so, dass ein feines, festes Saatbett entsteht. Das verringert die Verdichtung und verbessert den Bodenschluss. Die Mandako Storm eignet sich dafür besonders gut: Sie belüftet den Boden mit verschiedenen Scheibenarten und schafft so gute Bodenbedingungen.

Saatgutqualität und Lagerung

  • Hochwertiges Saatgut: Verwenden Sie frisches Saatgut, das kühl und trocken gelagert wurde, damit es keimfähig bleibt. Altes oder schlecht gelagertes Saatgut keimt oft schlechter.

Saatgutbehandlung

  • Kältestratifikation: Ahmt natürliche Winterbedingungen nach und bricht die Keimruhe. Das hilft besonders bei mehrjährigen Arten.
  • Skarifikation: Hartschalige Samen werden mechanisch oder chemisch behandelt, damit sie besser Wasser aufnehmen und keimen.

Bewässerung

  • Gleichmäßige Feuchtigkeit: Bewässern Sie gleichmäßig, damit das Saatgut die zum Keimen nötige Feuchtigkeit hat. Vermeiden Sie zu viel Wasser, lassen Sie den Boden aber auch nicht ganz austrocknen.

Sätechnik

  • Präzise Aussaat: Nutzen Sie genaue Technik wie Drillmaschinen und Landwalzen, um das Saatgut in der richtigen Tiefe abzulegen und gleichmäßig mit Erde zu bedecken. So liegt es weder zu flach noch zu tief. Beides kann die Keimung behindern.
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